Valentinstag

❤️ Der Tag, an dem die ganze Welt über Liebe spricht

Überraschenderweise begann der romantischste Feiertag der Welt mit ziemlich düsteren Ereignissen. Im 3. Jahrhundert verbot der römische Kaiser Claudius II. jungen Männern das Heiraten, da er glaubte, ledige Männer seien bessere Soldaten. Ein Priester namens Valentin hielt dies für ungerecht und traute heimlich weiterhin verliebte Paare. Als dies entdeckt wurde, verurteilte man ihn zum Tode. Der Legende nach schrieb er am Vorabend seiner Hinrichtung am 14. Februar einen Abschiedsbrief an die Tochter seines Kerkermeisters und unterzeichnete ihn mit „von deinem Valentin" — so entstand die allererste Valentinsgrußkarte. Im 5. Jahrhundert erklärte Papst Gelasius I. den 14. Februar offiziell zum Valentinstag, doch erst Chaucer machte ihn im 14. Jahrhundert zu einem wahren Fest der Liebe — in seinem Gedicht „Das Parlament der Vögel" versammeln sich die Vögel genau an diesem Tag, um ihre Partner zu wählen.

Seitdem haben sich weltweit faszinierende Traditionen entwickelt. In Südafrika heften Mädchen den Namen ihres Geliebten an ihren Ärmel — sie tragen ihr Herz buchstäblich auf dem Ärmel. In Finnland und Estland ist der 14. Februar Ystävänpäivä, der „Tag der Freunde", und kein Tag der Verliebten. In Italien schicken jedes Jahr Tausende Romantiker Briefe nach Verona an Julia, und Freiwillige beantworten sie tatsächlich. Die berühmten Bonbonherzen mit aufgedruckten Botschaften verdanken wir dem Bostoner Apotheker Oliver Chase, der 1866 eine Methode erfand, Nachrichten auf Pastillen zu drucken — die Herzform bekamen sie allerdings erst 1901. Und die Signatur XOXO — „Küsse und Umarmungen" — reicht bis ins Mittelalter zurück, als Schwüre mit einem Kreuz besiegelt und mit einem Kuss bekräftigt wurden.

Im Jahr 2026 bricht der Valentinstag Rekorde: Laut der US-amerikanischen National Retail Federation werden die Amerikaner 29,1 Milliarden Dollar ausgeben — mehr als je zuvor. Die durchschnittlichen Ausgaben liegen bei rund 200 Dollar pro Person, wobei Männer fast doppelt so viel ausgeben wie Frauen. Die größten Veränderungen betreffen jedoch nicht die Summen, sondern die Philosophie. Das Konzept des „Valentinsgrußes" hat sich erweitert: Geschenke werden für Freunde, Kollegen, Kinder und sogar Haustiere gekauft. Mehr als ein Viertel der Käufer (und über die Hälfte der Gen Z) beschenken sich selbst — Self-Gifting ist ein vollwertiger Trend geworden. Immer mehr Menschen wählen Erlebnisse statt Dinge: ein Abendessen im Restaurant, Konzertkarten oder ein Wochenendausflug — zumal der Valentinstag 2026 auf einen Samstag fällt.

Wie auch immer Ihr „Valentinsgruß" aussieht — ein romantischer Abend, eine Karte für einen Freund oder einfach eine herzliche Nachricht — der 14. Februar bleibt der Tag, an dem die ganze Welt innehält, um jemandem zu sagen: „Du bist mir wichtig." Und dafür braucht es nichts Teureres als aufrichtige Worte.